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News & Recaps

Der GEOSummit 2026 – Raum und Zeit neu denken

Am 06. Mai fand der GEOSummit als eine der zentralen Veranstaltungen der Schweizer Geoinformationsbranche in Olten an der FHNW statt. Die Konferenz brachte Fachkräfte, Forschende, Unternehmen und Studierende zusammen, um Entwicklungen, Fragen und Herausforderungen der Geobranche aufzugreifen und zu diskutieren. Unter dem zukunftsweisenden Leitsatz „Raum und Zeit neu denken“ und im Spannungsfeld fortschreitender Digitalisierung, technologischem Wandel und veränderten gesellschaftlichen Ansprüchen bot der GEOSummit eine ideale Plattform für einen intensiven Austausch zwischen allen Teinehmenden.

Neben praxisnahen Vorträgen stand vor allem das Networking im Vordergrund, was in Kombination mit der Fachausstellung führender Unternehmen und Institutionen der Geobranche, schon immer einen hohen Stellenwert bei den Teilnehmenden hat. Der GEOSummit zeigte hierbei eindrücklich, wie Geodaten heute als unverzichtbares Fundament für resiliente Systeme, nachhaltige Stadtplanungen und zukunftsfähige Unternehmensentscheidungen dienen.

Zum Einstieg in die Konferenz zeigten die Keynote-Speaker Yannick Blättler und Sacha Johann unter dem Titel „Die Arbeitswelt im Umbruch – Ursachen, Gemeinsamkeiten und Lösungsansätze für die GEO-Branche“ die demografischen und kulturellen Verschiebungen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt auf und liessen dabei die Ergebnisse einer vorgängigen, umfassende Branchenumfrage mit mehreren hundert Rückmeldungen von Lernenden und Professionals einfliessen.

Spannend war hierbei, dass über alle Generationen hinweg dieselbe intrinsische Motivation vereint: die Faszination für Geografie, Karten, komplexe räumliche Fragestellungen und das Zusammenwirken von Technik und Natur. Aber auch auf die Herausforderungen wurde eingegangen, von hohem Zeit- bzw. Preisdruck in der Privatwirtschaft bis hin zu den starren Föderalismusstrukturen in der Schweiz und häufig sehr langsamen Prozessen in Hinblick auf die digitale Transformation. Auf menschlicher Ebene wurde ein klarer Rahmen für eine gelungene intergenerationelle Zusammenarbeit vorgestellt, wobei insbesondere die Psychologische Sicherheit innerhalb der Teams, Unbossing & Coaching als «Führungsstil» sowie gemeinsame Werte und klare Strukturen als mögliche Handlungsoptionen im Fokus standen..

Nach der inspirierenden Plenary folgte das spannende Fach-Programm mit über 50 Fachvorträgen in vier parallelen Sessions. So wurden zum Beispiel die neuesten Sensoren und Mobile-Mapping-Systeme präsentiert, die eine hocheffiziente, bedarfsgerechte Generierung von Geodaten erlauben. Wie dieses generierte Wissen flächendeckend vernetzt und die Community befähigt werden kann, diskutierten die Teilnehmenden parallel in den strategischen Sessions. Gleichzeitig wurden anhand praxisnaher Anwendungen aus der Bau- und Infrastrukturbranche gezeigt, wie ein unmittelbarer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Nutzen durch raumbezogene Daten erreicht werden kann. Die Technologie-Fachgruppe der SOGI präsemtierte Version 3.0 des GIS Trend Radars, an dem eindrücklich demonstriert werden konnte, wohin die Reise wohl gehen könnte: Gaussian Splatting für fotorealistische 3D-Visualisierungen bei voller geometmetrischer Messgenauigkeit oder durch intelligente Kubernetes-KI-Agenten gesteuerte, automatisierte Cloud-Infrastrukturen.

Weitere Vorträge thematisierten das Management und die Strukturierung massiver Datenmengen und die Herausforderungen, die z.B. bei der Verarbeitung grosser Punktwolken und automatisierter Big-Data-Flüsse in modernen Web-GIS-Infrastrukturen entstehen. In diesem Zusammenhang wurde sich auch mit dem Austausch dieser Daten beschäftigt, wo gerade in so föderalen Systemen wie der Schweiz harmonisierte Bezugs- und Referenzsysteme eine unverzichtbare Grundlage bilden. Dass Daten allein jedoch noch keinen Mehrwert stiften, zeigte die prominent besetzte Runde zum Thema Unternehmens-GIS. Hier wurde erörtert, wie Geoinformationen als geschäftskritische IT-Komponente tief in Kernprozesse integriert werden müssen, um strategische Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Dabei wurden neben der technologischen Integration auch die Aspekte Data Governance und ethische Verantwortlichkeit intensiv reflektiert, um sicherzustellen, dass automatisierte Prozesse stets transparent und datenschutzkonform werden bzw. bleiben.

Spannend war auch das Zusammenführen der verschiedenen thematischen Stränge und der damit verbundene Blick in die zu erwartende Entwicklung der Geobranche – sei es in Bezug auf die Unabhängigkeit der öffentlichen Hand von einzelnen Software-Herstellern mittels zukunftsweisender Open-Source-Web-Clienten, das «Verschmelzen» der verschiedensten Komponenten zu digitalen Zwillingen oder wie Machine Learning und generative KI eingesetzt werden kann, um die Geodatenauswertung und Qualitätssicherung auf ein völlig neues Effizienzniveau zu heben.

Solch einen Anlass erfolgreich durchzuführen geht nur dank der vielen involvierten Personen: Hier seien vor allem die Programmkommission sowie die Moderierenden genannt, die durch ihren unermüdlichen Einsatz ein professionelles und inspirierendes Umfeld geschaffen haben, das Organisationsteam hinter dem GEOSummit, die Ausstellenden und natürlich auch auch die Teilnehmenden, deren aktiver Austausch und Diskussionsfreude die Veranstaltung erst mit Leben gefüllt hat.

Dieses Event stand ganz im Sinne des Leitgedankens des GEOSummit als Verein: die Schweizer Geoinformationsbranche aktiv zu vernetzen, den Wissenstransfer zu fördern und gemeinsam Innovationen voranzutreiben. Mit diesem starken Fundament und den gewonnenen Impulsen blickt wir nach Vorne und freuen uns auf das Wiedersehen beim GEOSummit 2028.

 

Leitung Programm-Kommission & Geschäftsstelle Verein GEOSummit

Bern, Mai 2026

Fotos © Verein GEOSummit

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